Strom aus Wasserkraft
Die Power der Wasserkraft: Wie funktioniert sie und wofür
kann man sie nutzen?
Wasser ist ein Träger von Energie. Es besitzt Kraft. Wie also
funktioniert diese Wasserkraft? Und wofür kann man sie nutzen?
Welche Vor- und Nachteile hat die Nutzung der Wasserkraft?
Wasserkraftanlagen wurden bereits während
der frühen Hochkulturen in China, Ägypten, Mesopotamien
und am Indus zur Bewässerung von landwirtschaftlichen
Ackerflächen oder zur Trinkwasserversorgung von Städten
genutzt. Vom heutigen Standpunkt aus gesehen, handelte es
sich dabei um nur sehr kleine Wasser-kraftanlagen, aber
für die damalige Zeit, war die Nutzung der Wasserkraft
eine große technische Entdeckung.
Über die Jahrhunderte hinweg kamen diese Anlagen in immer
mehr Bereichen - hauptsächlich in denen, wo mechanische
Arbeiten verrichtet wurden - zur Anwendung. |
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| Energiegewinnung
durch Wasserkraft 1780 |
Mit der Erfindung der Dampfmaschine wurden
sie aus diesem Bereich jedoch langsam verdrängt. Nachdem
die Wasserräder durch Turbinen ersetzt wurden, war
es möglich, Flüsse und Wasser aus größerer
Fallhöhe als Energiequelle zu nutzen. Aus diesem Grund
war das beginnende Zeitalter der Elektrizität eng mit
der Wasserkraftnutzung verbunden.
Bis in die 1980er Jahre wurden dann jedoch durch die Verwendung
billiger fossiler Energien (z.B. Kohle) allein in Deutschland
tausende Kleinanlagen still gelegt. Nur die großen Wasserkraftwerke
wurden weiter betrieben. |
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| Modernes
Wasserkraftwerk |
Ab 1990 rentierte sich in Deutschland der Betrieb
von Kleinanlagen wieder, da durch spezielle Förderprogramme
der eingespeiste Strom aus erneuerbaren Energien höher vergütet
wurde.
Wasserkraft ist die indirekte Nutzung der Sonnenenergie,
da die Sonne als „Antrieb“ des Wasserkreislaufs (aus
diesem Grund erneuerbare Energie) der Erde fungiert. Die Sonnenwärme
lässt Wasser (vor allem über Ozeanen) verdunsten. Als
Wasserdampf steigt es dann in die Atmosphäre auf und fällt
nach ungefähr 10 Tagen auf die Erdoberfläche zurück.
10 Tage sind dabei der globale Durchschnitt. Auf diese Weise zirkuliert
das Wasser innerhalb der Erdatmosphäre in einem Kreislaufsystem.
Innerhalb dieses Systems ist jedoch nur der Niederschlag für
die Wasserkraftnutzung von Bedeutung und zwar der Anteil an Niederschlag,
der über Land in Gebieten mit einer gewissen Höhendifferenz
zum Meeresspiegel fällt und in Bächen und Flüssen
abfließt.
Das abfließende Wasser enthält zwei
Formen von Energie, die genutzt werden. Zum einen enthält es
die Bewegungsenergie (auch als kinetische Energie bekannt) durch
das Fließen des Wassers. Und zum anderen enthält es,
aufgrund der Fallhöhe, die Lageenergie (potenzielle Energie).
Genau diese beiden Energieformen machen sich Wasserkraftwerke für
die Stromproduktion zu Nutze.
Eine Klassifizierung dieser Art von Kraftwerken
erfolgt nach verschiedenen Kriterien. Man unterscheidet in Laufwasser-,
Speicher- (z.B. Talsperren), und Pumpspeicherkraftwerke, wenn die
Betriebsart vordergründig betrachtet wird. In Niederdruck-
(1-20m), Mitteldruck- (20-100m) und Hochdruck-Anlagen (über
100m) wird unterschieden, wenn nach der Fallhöhe des Wassers
differenziert wird. Spricht man von Kleinkraft-, Mittelkraft- und
Großkraftwerken, so wurden sie nach der jeweiligen Leistung,
die sie erbringen, unterschieden. Dabei ist die elektrische Leistung
einer Wasserkraftanlage vom Wirkungsgrad der Turbine und des Generators
und der hydraulischen Leistung abhängig.
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Wasserkraftwerke dienen also der schadstofffreien
Energiegewinnung und leisten damit einen Beitrag zum Klimaschutz.
Bei ihrer Errichtung müssen jedoch die Vorteile gegen die problematischen
Auswirkungen (Nachteile) abgewogen werden, weil sie in die Gewässerökologie
eingreifen. Da Fließgewässer zentrale Bestandteile der
Natur sind und die Lebensgrundlage für Flora und Fauna bilden,
gilt es, sie besonders zu schützen. Mit der Errichtung eines
Wasserkraftwerks würden Fische und andere Tiere in ihren Wanderungen
behindert bzw. geschädigt werden. Die Verbindung zum Grundwasser
wäre erschwert. Natürliche Hochwasser würden behindert
werden, die beispielsweise für angrenzende Auenwälder
wichtig wären. Neben der Entfernung des Zivilisationsmülls
(positive Auswirkung) würde auch das für das Ökosystem
wichtige Totholz und Laub aus dem Wasser entfernt werden (negative
Auswirkung). Daher erfolgt im Laufe der einzelnen Genehmigungsverfahren
eine ökologische Beurteilung, um annehmbare Kompromisse zwischen
Wasserkraft und Naturschutz zu finden und die Ökobilanz zu
verbessern. Vom ökologischen Standpunkt aus betrachtet wäre
es also das Sinnvollste, bereits bestehende Anlagen zu modernisieren
und zu reaktivieren.
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