Strom aus Biogas
Was ist Biogas und wie wird es gewonnen?
Biogas ist ein Energielieferant, der durch den
Abbau von Biomasse entsteht. In organischen Substanzen ist biochemische
Energie gebunden, die durch die Photosynthese entstanden ist. Pflanzen
können das Sonnenlicht aufnehmen und biochemisch umsetzten.
Bei der Gewinnung von Biogas wird die Sonnenenergie indirekt zurückgewonnen.
Biogas verfügt über eine ausgezeichnete Ökobilanz,
weil nur so viel CO2 freigesetzt wird, wie auch entstehen würde,
wenn die organischen Substanzen in der Natur verrotten würden.
Biogas wird durch anaerobe, sauerstofffreie Vergärung
von organischem Material in entsprechenden Anlagen hergestellt.
Als Ausgangsstoffe eignen sich Speisereste, Klärschlamm und
Gartenabfälle. Der größte Produzent von Biomasse
ist aber die Landwirtschaft mit Gülle, Mist und speziell angebauten
Pflanzen mit einem hohen Energiepotenzial. Z.B besitzen Mais und
Roggen eine hohe Bioenergie.
Biogasanlagen bestehen aus einem Reaktor aus Metall
oder Beton, in dem das Biosubstrat bei ca. 35° ca. 3 Wochen
bei Luftabschluss durchgewärmt wird. Während dieser Zeit
muss die Biomasse immer wieder umgeschichtet werden, weil sich verschiedene
Schichten wie Schwimm-und Sinkschichten absetzten können und
so eine optimale Gasentwickung verhindert würde. Durch MiKroorganismen
werden aus kompliziert aufgebauten Molekülen einfachere Strukturen
entwickelt bis hin zur Gasbildung Das Gas steigt auf und wird durch
eine Gasstrecke mit Zähler, Entschwefelungsvorrichtung und
Kondensatabscheider abgeführt.
Das gewonnene Gas besteht zum größten
Teil aus Methangas mit Werten zwischen 40% - 70%, Kohlendioxyd mit
einem Anteil von 25 - 55%, Wasserdampf und geringen Werten von Wasserstoff,
Stickstoff, Sauerstoff, Ammoniak und Schwefelwasserstoff. Der Anteil
von CO2 entspricht dabei der Menge Kohlendioxyd, die bei der Photosynthese
von den Pflanzen aus der Luft aufgenommen worden ist. Der Schwefelwasserstoff
und die Anteile an Ammoniak erweisen sich für die Umwelt als
problematisch. Sie müssen entfernt werden, weil sie die empfindlichen
Gasmotoren angreifen und beschädigen könnten. Je mehr
Methangas im Gasgemisch enthalten ist, desto wertvoller und energiereicher
ist das Biogas.
Damit Biogas in der Praxis eingesetzt werden kann,
muss es verschiedene Prozesse durchlaufen. Zunächst wird der
Schwefelwasserstoff entfernt. Entweder wandert das Gas durch einen
mit Eisen besetzten Filter oder es wird Sauerstoff in den Gärraum
geleitet, wobei sich der Schwefel im Gasraum ablagert. Dann wird
das Gas unter den Taupunkt gekühlt, sodass sich der Wasserdampf
in Wasser umwandelt. Das Kondenzwasser wird gesammelt und abgeleitet.
Als nächster Schritt wird im Gas der Methangasanteil erhöht.
Mit Hilfe eine Druckwasserwäsche entzieht man die Anteile an
CO2 und O2. Zum Schluss muss das Biogas verdichtet werden, wenn
es als Brennstoff für Autos dienen soll oder wenn es ins Erdgasnetz
eingespeist werden soll. In mehreren Stufen wird das Gas auf 200
bar komprimiert. Nachdem das Biogas alle dies Verfahren durchlaufen
hat, ist es dem Erdgas gleichwertig, was das Energiepotenzial angeht.
Es gibt drei Bereiche, wo die Energie von Biogas
verwendet werden kann. z.B. wird mit Biogas Strom erzeugt. Immer
mehr Bauern verdienen ihr Geld mit der Herstellung von Biogas. Für
eine Kilowattstunde erhalten sie 11,5 Cent. Es lohnt sich für
sie inzwischen mehr, eine Biogasanlage anstatt traditioneller Viehzucht
zu betreiben. Die Landwirte bauen Roggen und Mais nicht mehr als
Viehfutter an sondern ausschließlich für die Gewinnung
von Energie. In der BRD existieren inzwischen etwa 2500 Biogasanlagen
und die Tendenz ist steigend, weil es neben dem Anstieg an Bedarf
an umweltfreundlicher Energie für den Bau von Biogasanlagen
finanzielle Unterstützung vom Staat gibt. Im Jahr 2005 wurden
in der BRD 2.500 GWh Strom durch Biogas erzeugt. Damit wurde die
Emission von 2,5 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid verhindert.
Zur Zeit beträgt der Umsatz der Biogas-Branche 370 Millionen
Euro.
In der Schweiz und in Schweden wird Biogas schon
weitgehend mit Erdgas vermischt und genutzt. Vor allem in der Automobilbranche
wird Biogas immer mehr verwendet. Es gibt zunehmend Tankstellen
die zum konventionellen LPG
Autogas, nun auch Biogas anbieten. Im niedersächsischen
Jameln befindet sich die erste deutsche Biogastankstelle, wo die
Autos ausschließlich mit Biogas betankt werden können.
KFZ-Umrüstung: Mit Biogas günstiger tanken?
Bio-Gas, ist eine günstige und umweltschonende
Alternative zu herkömmlichen Kraftstoffen, jedoch muss das
Fahrzeug auf diese Technik umgebaut werden, was ein weiterer Kostenfaktor
ist. Dies lohnt sich eigentlich nur bei Vielfahrern, aber für
die Umwelt lohnt es sich in jedem Fall. Was die Wirtschaftlichkeit
von Biogas als Autotreibstoff bei Neuwagen angeht, hat sich herausgestellt,
dass zwar die Anschaffung eines Gasautos teurer ist aber dass auf
längere Sicht das mit Gas betriebene Auto günstiger fährt.
Nach einer Zeit von 8 Jahren erweist sich das Biogasauto einem herkömmliches
Auto preislich überlegen. Je mehr Kilometer man verfährt,
desto größer ist die finanzielle Ersparnis ganz abgesehen
von der Umweltverträglichkeit.
Zukunft?
Für die Zukunft ist mit einer Zunahme an Biogastechnologie
zu rechnen. Der Vorteil der positiven Ökobilanz liegt auf der
Hand, was auch die Politiker allmählich umdenken lässt.
Allerdings ist eher mit einer längerfristigen Umstellung auf
regenerierbare Energien zu rechnen, weil viele andere wirtschaftliche
Interessen dem gegenüberstehen. Da jetzt schon Biogasbrennstoffe
wirtschaftlich günstiger sind, forscht man in die Richtung,
Biogas auch in Brennstoffzellen einzusetzten. Diese Technologie
hat den Vorteil geringer Schadstoffemissionen und einen hohen Wirkungsgrad
von 60%. Wenn flächendeckend Tankstellen eingerichtet und die
Preise der Motoren sinken würden, gäbe es eine erhebliche
Zunahme von umweltfreundlichen Autos.
Umstritten: Die Herstellung aus Biomasse
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Der Einsatz von Biomasse zur Biogasgewinnung
ist strittig, da große Mengen Biomasse zur Energiegewinnung
erzeugt werden müssen, und dies häufig durch den
Einsatz von Chemie in Form von Pestiziden geschieht, welche
wieder rum die Umwelt noch mehr belasten. Biomasse ist ein
Abfallprodukt, welches bei der Nahrungsmittelgewinnung in
der Landwirtschaft entsteht. Die Rohstoffe die der Mensch
als Nahrungsmittel verwendet, nämlich pflanzliche u.
tierische Rohstoffe, werden bei der Weiterver-arbeitung
zunächst nicht vollständig verwertet.
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Es fallen organische Abfälle an, die in Biokraftwerken
verbrannt werden, wodurch dann Energie freigesetzt wird. Um den
Bedarf der Weltbevölkerung an Energie aber aus Biomasse zu
erzeugen muss mehr Biomasse erzeugt werden, welches aber in diesem
Umfang nicht auf ökologischem Wege möglich ist. Dies einer
der Hauptgründe, warum die Energiegewinnung aus Biomasse so
umstritten ist. Dennoch werden aus Biomasse etliche Gase und Treibstoffe
hergestellt.
Weitere Beispiele für die Verwendung von Biomasse
als Energie:
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