Energie aus Biomasse
Biomasse, wie entsteht sie und wofür kann sie verwendet werden?
Die Zukunft herkömmlicher fossiler Brennträger
sieht nicht gerade rosig aus, steigende Umweltbelastungen, der gefürchtete
Treibhauseffekt und das Wissen darum, dass es sich bei den Energien
um Energieformen handelt, deren Vorrat irgendwann in absehbarer
Zukunft zur Neige gehen wird, verursachen ein mulmiges Gefühl
in uns.
Bei der zweifelhaften Alternative Atomenergie steht man vor dem
Problem der Entsorgung und dem unkontrollierbaren Risiko der Materie.
Windenergie hat zwar den Vorteil der Umweltverträglichkeit,
lässt sich aber schlecht lagern.
Ganz anders verhält es sich da mit so genannten
Bioenergieträgern. Sie sind ständig erneuerbar, lassen
sich problemlos lagern und somit verfügbar, wenn man sie gerade
braucht. Je nach Bedarf gibt es sie in Flüssigform, als Gas
oder als feste Materie, so dass sie vielseitig und flexibel einsetzbar
sind.
Biomasse als Alternative zu Benzin, Heizöl und Kohle
Weiterführende Infos zu den wichtigsten 3 Erzeugnissen aus
Biomasse:
Mit dem Inkrafttreten des am 1. August 2004 überarbeiteten
erneuerbare Energien-Gesetzes (EEG) wurden verstärkt Anreize
geschaffen für die Stromerzeugung aus so genannter Biomasse.
Mit Biomasse werden Rohstoffe bezeichnet, die man zur Energiegewinnung
verwenden kann. Energetisch genutzte Biomasse in Form von Kraftstoffen,
zur Stromproduktion oder zur Wärmegewinnung ist ein großer
Beitrag zum dringend notwendigen Klimaschutz und gewährleistet
eine optimale, zuverlässige Energieversorgung. Dies geschieht
mit unbehandelter Biomasse wie z.B. über Faulgase, Verrottungs-
und Verbrennungswärme, und über technische Nachbearbeitung
von Biomasse, wie man es vom Beispiel Biodiesel kennt.
Für Verrottungswärme und Faulgase kommen Gülle, Mist
aus Tierhaltungen, pflanzliche Abfälle und Haushaltsabfälle
in Frage, die zwar keine regenerativen Energielieferanten sind,
aber durch Aufbereitung in Bioreaktoren zur Energiegewinnung sinnvoll
genutzt werden können, denn ein Gramm Biomasse besitzt immerhin
ein Energiepotenzial von fast 21 Kilojoule.
Bei der Vergärung von organischen Abfällen,
wie sie als Nebenprodukt sowohl in der Lebensmittelindustrie als
auch in Privathaushalten entstehen, Mist und Gülle entwickelt
sich durch das Einwirken von Mikroben während des Vergärungsprozesses
wertvolles Biogas. Auch die gasförmig vorliegende Biomasse
kann in Energie umgewandelt werden.
In der Verbrennung ist Biomasse CO2- neutral, denn sie gibt nur
soviel CO2 an die Umwelt ab, wie die entsprechende Pflanze beim
Wachstum aus der Luft herausgefiltert, und seinerzeit in Sauerstoff
umgewandelt hat. Ein kleiner Nachteil sind die bei der Verbrennung
entstehenden Stickoxide, die abhängig vom Brennstoff in unterschiedlicher
Menge freigesetzt werden können.
Nachwachsende Rohstoffe
stellen Biomasse dar, die auf Kohlehydraten basieren. Im Grunde
genommen ist unter Biomasse nichts anderes als von Pflanzen in Photosynthese
umgewandelte Sonnenenergie zu verstehen, die durch den Umwandlungsprozess
zu biochemischer Energie wird. Aus dem CO2 der Luft und Wasser stellen
die Pflanzen durch chemische Verbindungen der Moleküle die
energiereichen Kohlehydrate her.
Wenn nun die Pflanzen verbrannt werden, wird diese Energie wieder
freigesetzt in Form von Wärme. Bei Verbrennen denken wir in
erster Line an Holz, was ja auch heute noch in vielen Erdteilen
einen nicht zu unterschätzenden Energielieferanten darstellt.
Der Mensch praktiziert die Verbrennung von Biomasse bereits seit
der Steinzeit mit dem Nutzen von Holz für wärmendes Feuer.
Noch schneller als Holz wachsen Schilfgräser; Chinaschilf und
Riesenschilf wurden versuchsweise zur Energiegewinnung angebaut,
und brachten ganz hervorragende Ergebnisse. Bei einem Versuch vom
Landwirtschaftsministerium Baden Württemberg ließen sich
pro Jahr und Hektar fast dreißig Tonnen Trockenbiomasse gewinnen,
was etwa der Energieleistung von 14.000 Litern Heizöl entspricht.
Es ist für die Energiegewinnung nicht unbedingt wichtig, dass
die Biomasse in Form eines festen Zustandes vorliegt, um sie sinnvoll
nutzen zu können. Ein gutes Beispiel hierfür sind Flüssigbrennstoffe:
Alkohol gewinnt man bei der Gärung von Zuckerrohr, und für
die Herstellung von Biodiesel wird hauptsächlich Sonnenblumenöl
und Rapsöl verwendet. Die stark ölhaltigen Samen dieser
Pflanzen sind besonders energiereich, und haben ihnen bereits den
Beinamen "Energiepflanzen" eingebracht. Unter diesen Sammelbegriff
fallen auch besonders schnell wachsende Bäume, die alle 3 bis
5 Jahre geerntet werden können um "Energieholz" zu
liefern. In unseren Breitengraden zählen hierzu besonders Weiden-
und Pappelholz. Nicht nur unsere Umwelt profitiert davon, wenn wir
Biomasse verwenden. Auch die Land- und Forstwirte haben deutlich
bessere Erträge beim Anbau von Pflanzen zum Zweck der Energiegewinnung
als beim Anbau von Pflanzen zur Gewinnung von Erträgen im herkömmlichen
Sinne.
Viele Landwirte waren in der Vergangenheit gezwungen, Aufgrund der
von der EU erlassenen Überproduktions-verordnung einen Teil
des Landes brach liegen zu lassen. Nun bietet der Anbau von nachwachsenden
Rohstoffen zur Energiegewinnung endlich eine Gewinnversprechende
Alternative, die sich dann rechnen wird, wenn die Preise für
Öl und Kohle weiterhin steigen; die Erhebung der Ökosteuer
auf herkömmliches Öl und Gas beschleunigt diese Entwicklung.
Mit Abfallprodukten wie Grünabfällen und Stroh aus der
Landwirtschaft und den Kommunen lässt sich jetzt schon Gewinnbringend
arbeiten, das gleiche gilt für die Restholzabfälle der
Holzverarbeitenden Industrie, aus denen Pellets für Pelletsheizanlagen
gepresst werden.
Rein technisch ist es bereits möglich, bis zu 10% des deutschen
Energiebedarfs aus diesen "Nebenprodukten" zu decken.
In Österreich und Schweden wird Biomasse als Energielieferant
schon weitaus länger genutzt. Geplant ist auch für Deutschland,
in Zukunft die Verwertung von Biomasse deutlich zu steigern.
Zuschüsse und Förderungen
durch den Staat >>
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