Nachwachsende Rohstoffe
Energiegewinnung mit nachwachsenden Rohstoffen
Im Zug des Klimaschutzes erlangen nachwachsende Rohstoffe
immer mehr Aufmerksamkeit und Berechtigung. Die Wissenschaft und
Forschung beschäftigt sich vehement mit der Entwicklung neuer
Möglichkeiten bei der Verwendung von Naturstoffen zur Energiegewinnung
und ergänzend auch für andere Anwendungen, im Sinne einer
saubereren Umwelt (z.B. als Ersatz für synthetische Textilien
und Fasern) und um einen bevorstehenden Klimawandel
entgegen zu wirken.
Verwendung im
Energiesektor:
Im Bereich Energiegewinnung werden die natürlichen
Rohstoffe, u. a. auch dank ihrer Umweltverträglichkeit,
immer beliebter und der Markt boomt kräftig. Wir stellen
folgende Applikationen ausführlich vor:
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Nachwachsende Rohstoffe und ihre Zukunft
Rohstoffe liegen auf unserem Planeten in zwei unterschiedlichen
Formen vor: Zum einen als fossile Rohstoffe, wie Kohle, Erdöl,
Erdgas etc. Die Rohstoffe dieser Form sind endlich. Zum anderen
gibt es nachwachsende Rohstoffe, auch Biorohstoffe genannt, die
im landwirtschaftlichen Anbau immer wieder erneuert werden können
und somit unbegrenzt zur Verfügung stehen.
Die in Deutschland wohl geläufigsten nachwachsenden
Rohstoffe sind u.a. Hanf und Flachs, verwendet als Nahrungsmittel,
aber auch zur Faser- , Öl- und Energiegewinnung, Getreide und
Kartoffeln für die Stärkegewinnung, Raps und Leindotter,
die als Öllieferanten fungieren und natürlich Holz. Die
Bedeutung nachwachsender Rohstoffe hat besonders in den letzten
beiden Jahrzehnten, unter Bezugnahme auf die Diskussion über
den Treibhauseffekt und die Endlichkeit fossiler Rohstoffe, stark
zugenommen. Auf ca. 1,56 Millionen Hektar - also auf etwa 13 Prozent
der Ackerfläche Deutschlands - wurden im Jahr 2006 nachwachsende
Rohstoffe angebaut. Hinzu kommen 11,1 Millionen Hektar Wald, die
Holz für die Industrie und die Energieversorgung bereit stellen.
Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe bietet viele Vorteile; die
beiden mit der wohl größten globalen Bedeutung sollen
hier hervorgehoben werden. Nachwachsende Rohstoffe eröffnen
die Möglichkeit, die Nutzung endlicher Ressourcen, wie Erdöl,
Erdgas und Kohle, stark herabzusetzen. Die Schonung dieser begrenzten
Rohstoffe für die nachfolgenden Generationen ist unbedingt
notwendig, wollen wir unseren Kindern nicht einfach die Versäumnisse
unserer Zeit aufbürden. Fossile Rohstoffe sind begrenzt und
ihre Ausbeutung nähert sich dem Ende. Die Suche nach geeigneten
Alternativen ist die einzig logische und vernünftige Konsequenz.
Weiterhin von entscheidender Relevanz ist die Tatsache, daß
die nachwachsenden Rohstoffe vollkommen in den natürlichen
Biokreislauf der Natur integriert sind; daher stellen sie keinen
Faktor des anthropogenen Treibhauseffekts dar. Dies bedeutet im
wesentlichen folgendes: Der Begriff "Treibhauseffekt"
ist in unserer Kultur überwiegend negativ besetzt. Im ursprünglichen
Sinne jedoch ist der natürliche Treibhauseffekt Vorraussetzung
für die Entstehung und Erhaltung des Lebens. Die in der Erdatmosphäre
u.a. vermehrt enthaltenen Kohlendioxidmoleküle bewirken einen
Temperaturanstieg, da sie eine übermäßige Rückstrahlung
der einfallenden Sonnenenergie in den Weltraum verhindern. Ohne
diesen natürlichen Treibhauseffekt würde die mittlere
Temperatur der Erde bei -18 Grad Celsius liegen. Problematisch hingegen
jedoch ist der zusätzliche Treibhauseffekt, auch anthropogener
Treibhauseffekt genannt, da er durch den Menschen verursacht wird.
Seit der Industrialisierung sorgt die Verbrennung der fossilen Rohstoffe
Kohle, Erdgas und Erdöl dafür, dass zusätzliches,
einstmals gebundenes Kohlendioxid in die Erdatmosphäre strömt.
Weitere Faktoren für die Zunahme des Kohlendioxidgehalts sind
Abgase aus Industriebetrieben und der Landwirtschaft, die Vernichtung
des Waldes und auch das zunehmende Wachstum der Weltbevölkerung.
Als Folge des anthropogenen Treibhauseffekts kommt es zu einer stärkeren
Erwärmung der Erdatmosphäre, mit all den mittlerweile
bekannten Folgen einer drastischen Klimaveränderung (Anstieg
der Weltmeere, Zunahme der mittleren Windgeschwindigkeit etc.).
Die Erzeugung von Wärme, Strom oder anderen Energieformen aus
nachwachsenden Rohstoffen hat nun den Vorteil, daß pflanzliche
Rohstoffe immer nur die Menge an Kohlendioxid frei setzen, die sie
während des Wachstums der Atmosphäre entnommen haben.
Im Gegensatz zu den endlichen Rohstoffen, sind sie daher weitgehend
Kohlendioxid-neutral. Die Stoff - und Energiekreisläufe sind
auf diese Art und Weise geschlossen. Daher hilft die Verwendung
nachwachsender Rohstoffe, den sich verstärkenden Treibhauseffekt
abzuschwächen und der Klimaänderung entgegen zu wirken.
Bedenkt man die apokalyptischen Szenarien, die in den letzten Jahren
von Wissenschaftlern bezüglich der Klimaveränderung auf
die Zukunft hinaus projiziert wurden, dann kommt der Verwendung
nachwachsender Rohstoffe eine universale und kaum zu überbietende
Bedeutung zu.
Natürlich hat die zunehmende Umstellung auf nachwachsende Rohstoffe
mit einigen, teils erheblichen, Problemen zu kämpfen. So müssen
sich etliche Verarbeitungsmethoden der Industrie, die auf den Umgang
mit fossilen Rohstoffen eingestellt war, in vielen Bereichen erst
noch anpassen. Ein Beispiel hierfür liefert die in der Automobilindustrie
schrittweise angestrebte Umstellung auf Biokraftstoff. Biodiesel
(Rapsölmethylester) ist seit einigen Jahren ein gängiger
Treibstoff. Er wird aus Rapsöl hergestellt und ist mit dem
normalen Dieselkraftstoff vergleichbar. In Deutschland ist er schon
an rund 1900 Tankstellen erhältlich und auch viele Fahrzeughersteller
haben sich bereits auf das Biodiesel-Angebot eingestellt. Für
die Möglichkeit der Benutzung von reinem Pflanzenöl jedoch,
müssen Dieselmotoren in der Regel erst aufwendig umgestaltet
werden. Dies ist gewöhnlich mit erheblichen Kosten verbunden.
Ein weiteres, größeres Problem stellt die zunehmende
Industrialisierung der Dritten Welt - Länder dar, was zu einem
erheblichen Anstieg des Kohlendioxidausstosses führen wird.
Hier ist natürlich in erster Linie der Wille und die Fähigkeit
internationaler Politik gefragt. Aber auch jeder Einzelne kann,
in dem er sein Bewußtsein für die Formen und Methoden
alternativer Energiegewinnung schärft, einen kleinen Beitrag
zur Genesung unseres Lebensraumes beitragen.

Bildquellen: tractor ploughing
field © Graham Taylor - Fotolia.com
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